Am heutigen Donnerstag beginnt Deutschlands Klopp-Show so richtig! Um 10 Uhr gibt Bundestrainer Jürgen Klopp (59) seinen Premieren-Kader für die vier Länderspiele der Nations League in Holland (24.9.), gegen Griechenland (27.9./4.10.) und gegen Serbien (1.10.) bekannt. Der Start einer neuen Ära – und das in XXL!
Statt der üblichen 23 Spieler könnte er dieses Mal sogar bis zu 40 Namen nominieren. Eine überraschende Entscheidung, die bei DFB-Legende und BVB-Berater Matthias Sammer (59) direkt für Zustimmung sorgt.
Bundestrainer Jürgen Klopp (59, l.) begrüßt Matthias Sammer (r.) beim Supercup Mitte August in Dortmund
„Er muss sich ein Bild machen können, Spieler kennenlernen und ein Gefühl entwickeln. Da einen mehr, als einen weniger mitzunehmen, ist für mich ein kluger Schachzug“, so Sammer Mittwochabend am Rande der Premiere der ZDF-Dokuserie „Go West – Die letzte Elf der DDR“ (ab Freitag in der ZDF-Mediathek) zu BILD.
Und ergänzt mit Blick auf einzelne Namen: „Mir ist egal, wen er nominiert. Ich weiß, dass er frischen Wind, eigene Ideen und Themen wie Identifikation, Leidenschaft, Enthusiasmus und natürlich auch ‚gewinnen wollen’ reinbringen wird.“
„Leute sind elektrisiert“
Das enttäuschende WM-Aus gegen Paraguay (4:5 i.E. im Sechzehntelfinale) scheint mit Klopp längst abgehakt – nicht nur beim Europameister von 1996. „Die Leute sind elektrisiert“, sagt Sammer.
Und zählt sich dabei offenbar selbst dazu. Er betont: „Ich vertraue ihm und weiß, dass er nach bestem Wissen und Gewissen Dinge tun wird – auch wenn sie möglicherweise im ersten Moment nicht verstanden werden.“
Nach zwölf enttäuschenden Jahren seit dem WM-Titel 2014 darf Trainer-Legende Klopp zum Start auf die komplette Rückendeckung des früheren DFB-Sportdirektors bauen. Die Hoffnung, dass Fußball-Deutschland wieder erfolgreich wird, ist groß.
Sammer am Mittwochabend bei der Vorpremiere der ZDF-Dokuserie „Go West – Die letzte Elf der DDR“ in seiner Heimatstadt Dresden
Sammer: „Er wird Dinge sofort verbessern. Aber er wird auch nicht zaubern können. Deshalb muss seine Arbeit in Verbindung mit der Nachwuchsarbeit parallel auf allerhöchstem Niveau so schnell wie möglich organisiert werden.“
Sammer mit Nagelsmann-Spitze
Was ihm schon jetzt imponiert: Klopps zahlreiche Besuche in der Bundesliga in den vergangenen Wochen! „Das ist ein sehr gutes Zeichen, weil Jürgen natürlich auch nicht nur ein hervorragender Trainer ist, sondern auch ein schlauer Mensch ist. Er weiß, dass er auch auf die Vereine ein Stück weit angewiesen ist. Je besser das persönliche Verhältnis ist, desto intensiver der Austausch. Und deshalb kann man dann voneinander profitieren“, sagt Sammer.
Und schiebt mit einem kleinen Seitenhieb an Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann (39), der sich selten in der Bundesliga zeigte, nach: „Das, was da in der Kommunikation gerade passiert, ist sehr löblich – und eigentlich ein Stück weit Normalität …“